Das Training
Realismus
Jede Übung muss so realistisch wie möglich abgehalten werden. Der Trainingspartner muss angreifen wie der Schläger auf der Straße und nicht wie der traditionelle Kampfkünstler, der sich strikt an die Regeln und technischen Vorgaben seiner Disziplin zu halten hat. Selbstgefälligkeit hat hier keinen Platz. Es ist ebenfalls wichtig, den Übungsraum regelmäβig zu verlassen und Simulationsübungen unter den verschiedensten örtlichen Bedingungen zu absolvieren.

Technische Optimierung
Das Dynamic Defense ist weder an eine technische Tradition noch an ein sonstiges Gebot gebunden. Einzig und allein zählt die physiologisch gesehen maximal effiziente Bewegung. So ist es nur logisch sich an den Grundprinzipien der Biomechanik zu orientieren, um die technische Seite des Systems zu optimieren.

Ergiebigkeit
Das Training selbst ist:
- systematisch
- progressiv (steigender Schwierigkeitsgrad)
- physisch intensiv
- auf das gesetzte Ziel fixiert.
Setzt man sich als Ziel eine wirksame Selbstverteidigungsmethode für durchschnittlich begabte Mitmenschen zu schaffen, so ist es wichtig einen optimalen Trainingswirkungsgrad anzustreben, um auch kurzfristig gesehen greifbare Verbesserungen der individuellen Verteidigungskapazität vermerken zu können.

Ausschließlich Übungen, die diesem Ziel gerecht werden, stehen auf dem Lehrplan; traditionelle Methoden wie etwa das Einüben von festgelegten Übungssequenzen (japanisch: Kata) erfüllen diese Kriterien nicht. Abzusehen ist ebenfalls von sportlich beeinflussten Übungen, welche Reflexe einüben, die sich im Ernstfall als äußerst schädlich erweisen könnten, wie etwa das voreilige Übergehen zum Ring- oder Bodenkampf. Geht man davon aus, dass man in einer gefährlichen Situation intuitiv reagiert, geht es in erster Linie darum, wichtige Prinzipien zu verinnerlichen ohne dabei den kreativen Beitrag der eigenen Persönlichkeit zu vergessen.
Es versteht sich von selbst, dass das Training methodisch aufgebaut und dem persönlichen Potential jedes Einzelnen angepasst ist.
Unterschiede zu den traditionellen Kampfkünsten
Die allermeisten Kampfkünste verfolgen mehrere Ziele: Fortsetzen eines bestimmten, klar umrissenen historischen Stils, sportliche Aktivitäten (Wettkämpfe; mittlerweile das alleinige oder zumindest Hauptanliegen vieler “Kampf”-künste), das Suchen nach einem spirituellen Weg, das Streben nach Harmonie und Aesthetik in der Bewegung usw. Die Selbstverteidigung selbst, Ursprung sämtlicher Kampfkünste und Exklusivziel beim Dynamic Defense, wird hier leider oftmals zu einem bloßen Nebenziel degradiert.
Sind Kampfsportarten nicht wirksam ?
Ganz klar, dass Kampfsportarten, die sich den sportlichen Wettkampf auf die Fahne geschrieben haben, auch wirksam sind, denn nur Wirksamkeit verhilft zum Sieg auf der Matte.
Sportlicher Wettkampf findet jedoch in einem streng abgegrenzten Regelfeld statt: es gibt Verbote, eine genau definierte, ebene Kampffläche, einen einzigen Gegner, der sich ebenfalls an alle Regeln zu halten hat, einen Schiedsrichter, der das ganze überwacht und bei Übertretungen sofort einschreitet, usw.
Auf der Straße gibt es all dies nicht, folglich sind hier auch andere Kompetenzen gefragt, um wirksam zu sein, das heiβt in diesem Fall, um den Ernstfall möglichst schadlos zu überstehen.

Das Dynamic Defense unterscheidet sich von anderen Selbstverteidigungsmethoden in folgenden Punkten:
- Es ist die natürlichste Methode, die man sich verstellen kann. Die Abwehr von Schlägen und Greiftechniken beruht auf der systematischen Ausnutzung von natürlichen Reflexbewegungen, es gibt keine Vielzahl an festgelegten Stellungen oder komplizierte Techniken; Einfachheit und Natürlichkeit sind Trumpf.
- Das Beherrschen von jederzeit anwendbaren Prinzipien steht vor dem Auswendiglernen von unzähligen technisch komplexen Bewegungsfolgen.
- Gleichzeitig ist das Dynamic Defense eine wissenschaftlich orientierte Methode, welche sich die Erkenntnisse der Biomechanik zunutze macht, um ihre technische Effizienz noch weiter zu steigern.
- Von äußerster Wichtigkeit ist die psychologische Vorbereitung auf den Ernstfall: hier weist das Dynamic Defense neue Wege: mit dem regelmäßigen Abhalten von Simulationsübungen, welche dem Schüler die Möglichkeit geben, sich in “fast” reellen Bedingungen zu erleben, kann der Effekt von Adrenalin erfahren und somit überwunden werden.
- Der Schüler trägt moderne westliche Sportkleidung (T-Shirt, Jogging-Hose). Eine adäquate Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe, Schienbeinschützer) erlaubt ein realistisches und zugleich gefahrloses Trainieren.

Die technische Dimension
Der Hauptakzent liegt ohne Zweifel auf dem systematischen Gebrauch von Schlagtechniken. Ein gut plazierter Schlag verfehlt seine Wirkung nicht, sogar wenn er von einer Person stammt, die technisch nicht perfekt oder physisch sehr schwach ist.
Schläge sind die Hauptwaffe bei der Selbstverteidigung, sie sind schnell erlernbar und eine ganze Panoplie von natürlichen Waffen steht uns zu Verfügung : Faust, Fuß, Ellbogen, Knie, Kopf, um nur einige zu nennen.
Hebel sind technisch gesehen viel komplexer und nur in den seltensten Fällen von erfahrenen Kampfkünstlern im reellen Kampf erfolgreich anzuwenden.
Technisch komplizierte Wurftechniken bergen ebenfalls viele Risiken: man wird vielleicht in einen Ringkampf hineingezogen oder fällt mit dem Gegner zu Boden, beides Situationen, die unbedingt zu vermeiden sind, wenn man mehrere Gegner abwehren muss. Es ist falsch um jeden Preis eine (spektakuläre) Wurftechnik anbringen zu wollen; auf der Straβe sind einfache Fußfeger und Stoßtechniken sinnvoller, um den Gegner zu Boden zu bringen.
Das Dynamic Defense ist technisch gesehen nicht begrenzt.

Pragmatismus ist Trumpf.
Was beinhaltet das Lehrprogramm ?
Geübt werden unter anderem folgende Punkte:
- Verteidigungstechniken und –taktiken gegen unbewaffnete Angriffe
- Umgang mit Messer und Knüppel
- Verteidigungstechniken und –taktiken gegen Messer und Knüppel
- Abwehr mehrerer Gegner
- Behelfswaffen
- Psychologie und Taktik des Kriminellen
- Den Ernstfall erkennen und ihm ausweichen
- Psychologisches Taktieren/Beschwichtigen
- Mentale Vorbereitung
Die Instruktoren
Krier Frank
- 28 Jahre Kampfkunsterfahrung
- 1. Kyu Karate
- Dipl. Karatetrainer (FLAM)
- 2. DAN Yoseikan Kempo
- Dipl. Yoseikan-Budo-Trainer (FLAM)
- Mitbegründer des Dynamic Defense
SCHMIT Jean
- 35 Jahre Kampfkunsterfahrung
- 3. DAN Karate
- Staatl. geprüfter Karate-Trainer (Brevet d’Etat - Cycle Moyen)
- Mitbegründer des Yoseikan Budo in Luxemburg
- 3. DAN Yoseikan Budo
- 2. DAN Yoseikan Goshin Jitsu
- International geprüfter Yoseikan-Budo-Trainer (FIYB)
- Mitbegründer des Dynamic Defense