Yoseikan Informationen

 

Der Ursprung

Hiro Mochizuki„ Ich beobachtete einmal einen Künstler, der mit einer etwa 8 Meter langen Peitsche trainierte, an deren Ende ein Messer befestigt war.
Der Mann versuchte das Messer in einen Baum hineinzupeitschen, der vor ihm stand. Der Baum war alt und solide und hätte jemand versucht, das Messer mit bloßen Händen in den Stamm hineinzustechen, wäre er wohl kaum mehr als einige Millimeter in die rauhe Borke eingedrungen. Zu meiner größten Überraschung gelang es dem Peitschenkünstler das Messer mehrere Zentimeter tief in den Stamm hineinzuschlagen, so dass man es kaum mehr herausziehen konnte!
Nach dieser verwirrenden Erfahrung versuchte ich die Wellenbewegung nachzuahmen, die der Mann zu jedem Peitschenschlag machte. Als es mir gelang dieses Prinzip bei Schlag- Wurf-, Hebel- und Waffentechniken anzuwenden, vermochte ich die Kraft dieser Techniken erheblich zu steigern.
So lassen sich mit Hilfe des Wellenprinzips Hunderte von Techniken mit und ohne Waffen entwickeln.
Das Yoseikan Budo ist keine Synthese von verschiedenen Disziplinen, sondern eine eigenständige Kampfkunst, welche auf dem Prinzip der Energiegewinnung mit Hilfe der Schwungkraft der Wellenbewegung basiert.“

Meister Hiroo MOCHIZUKI,
Begründer des Yoseikan Budo

Meister Hiroo Mochizuki

Hiro Mochizuki

  • Geboren 1936 als ältester Sohn von Minoru MOCHIZUKI, eines der größten Kampfkunstmeister des 20. Jahrhunderts
  • ab 7 Jahren unterrichtet der Vater ihn in Kendo, Judo, Jujitsu, Iai und Kobudo
  • späterhin Schüler von Aikido-Begründer Großmeister Ueshiba sowie der Meister Hyogo (Shotokan-Karate), Otsuka (Wado-Ryu-Karate), Mishihara (Judo) und Kushida (japanischer Boxchampion)
  • Tierarztstudium in Tokio; Kapitän der Karate-Mannschaft der Universität
  • 1957-59: erster Aufenthalt in Europa; als erster Japaner führt er in Frankreich Karate ein
  • erster technischer Berater der FFJDA für die Sparten Aikido und Karate
  • Mitbegründer des Französischen Karate-Verbandes FFK
  • erster technischer Berater der UEK (Europäische Karate Union)
  • Interesse an englischem und französischem Boxen, Tai-Chi sowie Qi Gong
  • Anfang der 70er Jahre: Gründung der eigenen Schule YOSEIKAN BUDO, so genannt nach der Schule seines Vaters Minoru in Shizuoka

Meister Hiroo MOCHIZUKI, Begründer des Yoseikan Budo, ist einer der höchstgradiertesten Kampfkunst-Meister der Welt: 3. Dan Judo, 7. Dan Karate, 7. Dan IAI, 8. Dan Ju-jitsu, 8. Dan Aikido.

Yoseikan Budo

YOSEIKAN BUDO

ist eine sehr komplette, vielseitige Kampfkunst japanischen Ursprungs, welche auf der systematischen Anwendung der Schwungkraft des Wellenprinzips beruht.
Yoseikan Budo beinhaltet verschiedene Teilbereiche, in denen sich Fortgeschrittene spezialisieren können.

YOSEIKAN KENPO

Die Kunst der Schlagtechniken und Würfe. Schlagtechniken sind die ideale Basis einer jeden wirksamen Selbstverteidigung.

YOSEIKAN KENJUTSU

Die Kunst der Waffentechniken.
Im Yoseikan kommen Waffen verschiedener Länge zur Anwendung.
Außer  Messer, Knüppel, Schwert gibt es auf den höheren Stufen sämtliche Waffen des klassischen Kobudo.

YOSEIKAN GOSHIN JUTSU

Die Kunst der Selbstverteidigung.
Schläge, Hebel, Würfe werden als wirksame Selbstverteidigungsmethode gebraucht.

YOSEIKAN AIKI

Die Energie von Zentrifugal- und Schwungkraft wird in meist kreisförmigen Bewegungen mittels Hebel am Gegner angebracht.

YOSEIKAN BAJUTSU*

Die Reitkunst der alten Samurai im modernen Gewand: Schwertkampf, Bogenschießen, Speerwerfen usw. auf dem Rücken des Pferdes .
* zur Zeit nicht in Luxemburg angeboten

Neben diesen rein martialischen Bereichen bietet das Yoseikan zusätzlich eine neue, revolutionäre Fitness-Methode, das:

YOSEIKAN TRAINING  (GYM-DEFENSE)

Die Bewegungen und Reflexe der Selbstverteidigung kombiniert mit rhythmischer Musik: eine moderne, wissenschaftlich untermauerte Methode für Fitness, Wohlgefühl, Stressabbau und neues Körperbewusstsein.

Der Name

Yo
YO

Nahrung für die Seele (= Erziehung, Wissenserwerb)

SEI
SEI

Aufrichtigkeit seinem Gewissen gegenüber, Gerechtigkeitssinn

KAN
KAN

Ort der Versammlung, Haus, Schule

   
BU
BU

Krieg; aber auch:
die Lanze brechen, was wiederum zwei Ideen ergibt:

  • die gegnerische Lanze brechen: Selbstverteidigung
  • die eigene Lanze brechen: Friedfertigkeit
DO
DO

der (geistige) Weg

Das Logo

Official Logo

KREIS

Sinnbild der Perfektion, nach der der Mensch strebt, ohne sie jemals erreichen zu können. Der Bruch des Kreises (rechte Bergspitze) weist daher auf die notwendige  Bescheidenheit hin, die man sich auferlegen sollte.
Im Kreis befinden sich 3 Teile:

LUFT/SONNE

(orangerot): Sauerstoff, die lebensnotwendige positive Umgebung, Licht, Freude

BERG

(weiß): Element Erde, Stabilität, Reinheit, Ehrlichkeit in Gedanken und Tun, Solidarität mit den Mitmenschen

WASSER

(blau): Anpassungsfähigkeit, Ruhe, Handlung, Hoffnung. Das Wasser wird bewegt durch die Schwungkraft der Welle, Grundprinzip des Yoseikan Budo

Die Tradition

Traditionsbewusst und modern zugleich

Ähnlich wie bei den Samuraï des mittelalterlichen Japan, richtet sich Meister Mochizuki streng nach technischer Wirksamkeit und Vielseitigkeit. Ziel dieses klassischen Vorbildes war die Schaffung eines perfekten Allroundkampfkünstlers, der sich sowohl mit als auch ohne Waffen in jeder Situation zurechtfindet. Dies implizierte ein dauerndes Streben nach mehr Effizienz, eine nie endende Suche nach Perfektion und genau dieser Vorstellung entnimmt das Yoseikan Budo eine seiner Grundeigenschaften, die es von den allermeisten anderen Kampfkünsten unterscheidet: es ist anpassungsfähig, es evoluiert, passt sich dauernd der sich wandelnden Realität an, strebt dabei nach einerseits größerer Wirksamkeit im Kampf, andererseits größerer Sicherheit im Hinblick auf die Gesundheit der Ausübenden.

So wurden beispielsweise die Techniken auf Grund der zeitgenössischen Erkenntnisse der Biomechanik von Meister Mochizuki so abgeändert, dass sie optimale Wirksamkeit erbringen ohne dabei langfristig gesehen negative Auswirkungen auf den Körper des Praktikanten zu haben.

Desweiteren wurden Pädagogik und Philosophie den heutigen Gegebenheiten angepasst. Größte Wichtigkeit wird Begriffen wie persönliche Kreativität und gegenseitiger Hilfe beigemessen, was sich wiederum positiv auf Lebenseinstellung, Denkweise und Umfeld des Praktikanten auswirkt.

Yoseikan Budo ist die gelungene Verknüpfung von traditioneller Kampfkunst und moderner Lebensweise.

Der Wettkampf

Im Yoseikan Budo wird die sportliche Auseinandersetzung nicht als eigenständiges Ziel verfolgt, sondern eher als Etappe des Schülers angesehen. Der Wettkampf fördert Ausdauer, Zähigkeit, Entschlossenheit, Mut und Einsatzbereitschaft. Er stärkt den Willen, verbessert Timing und Distanzgefühl und ist ein gutes Training zur Selbstverteidigung. Die Erfahrung zeigt, dass jede Kampfkunst, die auf eine freie Form der körperlichen Auseinandersetzung verzichtet, mit der Zeit an Wirksamkeit und Realitätsgefühl einbüßt.

Im Yoseikan Budo besteht der Wettkampf aus verschiedenen Runden, die alle vom Kämpfer beherrscht werden müssen:

Waffenkampf

Hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, von denen eine durch Zufall ausgewählt wird:

  • Schwert – Schwert
  • Stock – Stock
  • Schwert – Doppelstock
  • Messer - unbewaffnet

Eigens entwickelte Übungswaffen sowie eine zusätzliche Schutzausrüstung (Helm, Körperschutz, Handschuhe) ermöglichen ein gefahrloses, dynamisches Kämpfen, selbst bei schnellsten Abläufen. Ein zusätzlicher Durchgang Messer gegen unbewaffnet erfolgt bei Gleichstand der beiden Kämpfer. Der Gebrauch von Waffen verschiedener Längen fördert Distanzgefühl und Vielseitigkeit.

Unbewaffneter Kampf

Hier werden sämtliche Schlag-, Wurf- und Hebeltechniken zum Einsatz gebracht. Eine Schutzausrüstung verhindert auch hier Verletzungen. Der unbewaffnete Kampf fördert körperliche Ausdauer und Widerstandskraft, Schnelligkeit, Timing und Wirksamkeit der Techniken.

Ein solches System entwickelt polyvalente, kreative, physisch und geistig starke Persönlichkeiten, die sich in jeder Situation des Lebens zurechtfinden.